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Warum du deine KI anlügen solltest – der Prompting-Trick, den kaum jemand kennt
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Warum du deine KI anlügen solltest – der Prompting-Trick, den kaum jemand kennt

ChatGPT gibt dir zu bequeme Antworten? Mit diesem einfachen Prompting-Trick zwingst du jedes KI-Modell zu ehrlicher, kritischer Arbeit.

Denis Amedov

Das Wichtigste in Kürze

  • KI-Modelle neigen zu 'bequemen' Antworten – sie bestätigen lieber, statt kritisch zu hinterfragen
  • Das Problem ist kein Bug, sondern Designprinzip: Sprachmodelle sind darauf trainiert, erwartbare und angenehme Antworten zu liefern
  • Der Gegenmittel-Trick: Formuliere deine Prompts bewusst gegensätzlich zu dem, was du erwartest
  • Praktischer Nutzen: Texte lektorieren, Angebote prüfen, Prozessdokumentation hinterfragen

Warum gibt ChatGPT so oft bequeme Antworten?

Sprachmodelle wie ChatGPT sind darauf optimiert, möglichst erwartbare und angenehme Antworten zu liefern – nicht möglichst korrekte. Das ist kein Fehler, sondern ein Ergebnis des Trainings.

Konkret bedeutet das: Wenn du schreibst „Prüfe meinen Text auf Fehler”, dann ist die bequemste Antwort für das Modell: „Dein Text ist fehlerfrei.” Die KI will dir gefallen. Sie vermeidet Konflikte. Das klingt nett, ist aber im Arbeitsalltag ein echtes Problem – vor allem, wenn du dich auf die Ergebnisse verlassen willst.

Dieses Verhalten betrifft nicht nur Textprüfungen. Es zeigt sich überall:

  1. Angebotstexte prüfen: Die KI findet deine Kalkulation „schlüssig”, auch wenn die Margen unrealistisch sind.
  2. Prozessdokumentation reviewen: „Sieht vollständig aus” – obwohl drei Schritte fehlen.
  3. E-Mails gegenlesen: „Professioneller Ton” – obwohl der Kunde sich angegriffen fühlen könnte.

Was ist der „Lügen-Trick” beim Prompting?

Der Lügen-Trick ist eine Prompting-Technik, bei der du das Gegenteil deiner Erwartung behauptest, um die KI zu kritischerem Verhalten zu bewegen.

Statt zu fragen: „Sind Fehler im Text?” – sag der KI: „In diesem Text sind mindestens zehn Fehler. Finde sie alle.”

Du weißt nicht, ob da zehn Fehler drin sind. Vielleicht sind es drei. Vielleicht null. Aber du „lügst” bewusst – und das verändert die Dynamik komplett.

Warum? Weil die KI jetzt versucht, deiner Aussage gerecht zu werden. Statt bequem zu bestätigen, dass alles in Ordnung ist, wird sie aktiv nach Problemen suchen. Sie schaltet gewissermaßen in den „Kritik-Modus”.

Wie setze ich den Trick in der Praxis ein?

Der Trick funktioniert in drei Schritten, die du sofort anwenden kannst:

  1. Formuliere eine Gegenbehauptung: Sag der KI, dass das Ergebnis schlecht ist, Fehler enthält oder unvollständig ist – auch wenn du das nicht weißt.
  2. Sei spezifisch: Statt „Da sind Fehler drin” besser: „In dieser E-Mail sind mindestens fünf Formulierungen, die ein Kunde als unhöflich empfinden könnte. Welche?”
  3. Bewerte das Ergebnis selbst: Die KI wird jetzt möglicherweise überkorrigieren. Nicht jeder gefundene „Fehler” ist tatsächlich einer. Dein eigenes Urteil bleibt entscheidend.

Beispiele aus dem Mittelstand

  • Steuerberatung: „Diese Mandantenkommunikation enthält mehrere fachliche Ungenauigkeiten. Welche?” → Die KI prüft deutlich gründlicher.
  • Hausverwaltung: „Diese Nebenkostenabrechnung hat Rechenfehler. Finde sie.” → Statt „Sieht korrekt aus” erhältst du eine echte Prüfung.
  • Zahnarztpraxis: „In diesem Behandlungsplan fehlen wichtige Dokumentationspunkte. Welche?” → Kritische Analyse statt Bestätigung.

Warum funktioniert dieser Trick technisch?

Sprachmodelle berechnen die wahrscheinlichste nächste Antwort auf Basis deiner Eingabe. Wenn deine Eingabe bereits Fehler als gegeben voraussetzt, verschiebt sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Antwort in Richtung Fehlerfindung.

Einfach gesagt: Du änderst die Spielregeln. Statt „Ist alles okay?” fragst du „Wo ist es nicht okay?” – und die KI folgt dieser Richtung.

Das ist kein Hack und kein Geheimwissen. Es ist ein pragmatischer Umgang mit der Art, wie große Sprachmodelle (LLMs) funktionieren. Und genau solches Wissen macht den Unterschied zwischen „KI ausprobiert” und „KI produktiv im Einsatz”.

Wo sind die Grenzen dieses Ansatzes?

Der Trick ist kein Allheilmittel. Es gibt klare Grenzen, die du kennen solltest:

  1. Überkorrektur: Die KI kann anfangen, Fehler zu erfinden, die gar nicht existieren. Dein Urteil bleibt die letzte Instanz.
  2. Fachliche Tiefe: Bei hochspezialisierten Inhalten (Recht, Medizin, Steuern) ersetzt kein Prompting-Trick echte Fachexpertise.
  3. Kein Ersatz für Systeme: Einzelne Tricks lösen keine Prozessprobleme. Wenn du KI systematisch einsetzen willst, brauchst du durchdachte Prompts, klare Workflows und saubere Daten – nicht nur einen Kniff.

Fazit

KI-Modelle wollen dir gefallen. Das macht sie als kritische Sparringspartner:innen zunächst unbrauchbar – es sei denn, du weißt, wie du die richtigen Fragen stellst. Der Lügen-Trick ist ein einfaches, sofort anwendbares Werkzeug, um bessere Ergebnisse aus jedem KI-Tool zu bekommen.

Aber er ist eben nur ein Werkzeug. Wer KI wirklich produktiv einsetzen will, braucht mehr als Tricks: durchdachte Prozesse, saubere Prompts und ein Team, das versteht, wie diese Technologie in den Arbeitsalltag passt.

Du kämpfst mit KI-Tools, die nicht mitdenken? Lass uns sprechen.

Transkript

[00:00] Na, wie läuft’s mit ChatGPT? Naja, so lala, irgendwie denkt das Ding nicht so wirklich mit. [00:05] Lügt das Modell doch einfach an. [00:08] Lügen? Was soll ich da lügen? [00:12] Möglichst erwartbare Antworten zu geben und möglichst bequeme Antworten zu geben. [00:18] Das heißt, wenn du einfach sagst, such mir nach den Fehlern im Text, ist die bequemste Antwort, dir zu sagen, hier sind keine Fehler, dein Text ist super, hast du toll gemacht. [00:30] Und was hat das Ganze jetzt mit Lügen zu tun? [00:34] Naja, wenn du einfach jetzt das Gegenteil machst und quasi lügst und sagst da sind ganz viele Fehler im Text, obwohl du keine Ahnung hast, wie viele Fehler da drin sind, versucht wieder die KI bequem zu sein und dir die richtige Antwort zu geben und die einfache Antwort und wird eher kritisch sein und dir diese Fehler rausgeben. [01:00] Aha, ja, du hast ja immer Tricks.

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00:00 Na, wie läuft's mit ChatGPT? Naja, so lala, irgendwie denkt das Ding nicht so wirklich mit.
00:05 Lügt das Modell doch einfach an.
00:08 Lügen? Was soll ich da lügen?
00:12 Möglichst erwartbare Antworten zu geben und möglichst bequeme Antworten zu geben.
00:18 Das heißt, wenn du einfach sagst, such mir nach den Fehlern im Text, ist die bequemste Antwort, dir zu sagen, hier sind keine Fehler, dein Text ist super, hast du toll gemacht.
00:30 Und was hat das Ganze jetzt mit Lügen zu tun?
00:34 Naja, wenn du einfach jetzt das Gegenteil machst und quasi lügst und sagst da sind ganz viele Fehler im Text, obwohl du keine Ahnung hast, wie viele Fehler da drin sind, versucht wieder die KI bequem zu sein und dir die richtige Antwort zu geben und die einfache Antwort und wird eher kritisch sein und dir diese Fehler rausgeben.
01:00 Aha, ja, du hast ja immer Tricks.
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